Rottweiler

Rassebeschreibung

Bild zeigt Pacco vom Storchengässle (V.:Dingo v. Grüntenblick / M.: Gianna vom Storchengässle)

Der Rottweiler ist eine von der Fédération Cynologique International (F.C.I.), Nr. 147, Gruppe 2, Sektion 2.1 anerkannte deutsche Hunderasse.

Herkunft und Geschichte

Man geht heute davon aus, dass Mensch und Hund seit weit mehr als 25.000 Jahren zusammenleben. Über die Herkunft des Rottweilers bestehen die verschiedensten Ansichten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die besondere Eignung des Rottweilers in dem Treiben von Vieh bestand und die Tätigkeit in der zurückliegenden Zeit ahuptsächlich ausgeführt wurde, sind die Urahnen der Rottweiler möglicherweise in den damaligen römischen Legionen zu finden. Die Römer setzte Hunde als Herden- und Treiberhunde ein. Diese beschützen die Menschen und das Vieh. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die römischen Hunde mit bodenständigen Hirtenhunden verschiedener Rassen gepaart. Im Verlauf von mehreren Jahrzehnten wurden diese Hunde auf Lebenstüchtigkeit, Intelligenz, Ausdauer und Treibeigenschaften gezüchtet. Sie wurden somit unentbehrliche Helfer der Viehhändler und Metzger. Dieser Hund war am häufigsten in und um die damalige Reichsstadt Rottweil verbreitet und so erhielt er im Mittelalte den Namen "Rottweiler".

Rottweil war im 19. Jahrhundert ein ausgesprochenes Viehhandels-Zentrum, von dem aus Rinder und Schafe vor allem in den Breisgau, ins Elsass und ins Neckartal getrieben wurden. Bei solchen Herdenzügen benötigte man zu Zeiten in denen es Räuber und Wölfe gab und weite Landstriche kaum besiedelt waren, kräftige, ausdauernde, ruhige und kluge Hunde. Ein richtiger Metzger aus Rottweil und Umgebung hatte gewöhnlich gleich mehrere Rottweiler, denn der Viehhandel lag hauptsächlich in den Händen der Metzger.

Im Laufe der Zeit wurde das Vieh durch das Aufkommen der Eisenbahn und anderer Fahrzeuge auf andere Art transportiert und der Rottweiler seiner damals so nützlichen Aufgabe entledigt. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnerte man sich an die hervorragenden Charaktereigenschaften des Rottweilers. Der hohe Gebrauchswert dieser Rasse wurde im Polizeidienst erprobt und im Jahre 1910 wurde der Rottweiler als Polizei- und Militärhund anerkannt.

Beschreibung

Laut Rassestandard haben Rüden eine Widerristhöhe bis 68 cm, Hündinnen bis zu 63 cm. Der Rottweiler ist ein schwerer stämmiger Hund. Dennoch ist er weder plump noch leicht, nicht hochläufig oder windig. Seine im richtigen Verhältnis stehende gedrungene und kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer schließen. Rüden bringen demnach bis zu 60 kg auf die Waage. Rottweiler haben ein kurzes schwarzes fell, welches an den Backen, am Maul, an den Augenbrauen sowie auf der Brust und an den Beinen klar abgegrenzte rotbraune Abzeichen, dem Brand, aufweist. Durch kräftigen Körperbau und dem kraftvollen Gebiss gibt er einen gutenSchutzhund ab und ist gleichzeitig ein beliebter Familienhund.

Wesen

Rottweiler sind von Haus aus freundliche und friedliebende Hunde. Weiterhin kinderlieb, sehr anhänglich, lernwillig und arbeitsfreudig. Die Erscheinung des Rottweilers verrät Urwüchsigkeit, sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiert mit hoher Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt und hat einen hohen Schutztrieb gegenüber seinen Angehörigen.

Er ist ein ausgezeichneter, respekteinflösender Wachhund, aber kein Kläffer. Wenn dem Rottweiler etwas nicht passt, wird er sich imer zuerst mit einem deutlich vernehmbaren "Räusperer" (eine Mischung aus Knurren und Schnauben) zu Wort melden. Das reicht in den meisten Fällen, um unerwünschte Gäste auf Abstand zu halten.

Als Familienhund ist der Rottweiler bei fachgerechter Zucht und Aufzucht sowie Sozialisierung ein verlässlicher und äußerst treuer Freund. Diese Rasse braucht eine Beschäftigung, die sie auslastet.

Rasseproblematik

Durch einige Vorfälle hat der Rottweiler einen schlechten Ruf bekommen. Negative Vorfälle sind jedoch nicht ausschließlich dem Hund oder der Rasse, sondern vor allem auch dem Halter anzulasten. Der Rottweiler ist ein großer und starker Hund, von dem bei falscher Haltung und Sozialisierung eine Gefährdung ausgehen kann. Er wird in einigen Ländern als "Listenhund" geführt und seine Haltung unterliegt in einigen deutschen Bundesländern bestimmten Einschränkungen. Aufgrund einer Statistik des Deutschen Städtetages von 1997 wurde der Rottweiler zum 1. November 2002 in die Kategorie II der Kampfhundeverordnung in Bayern und anderen Bundesländern aufgenommen und muss in diesen bestimmten Bundesländern einen Wesenstest durchlaufen. Im Schweitzer Kanton Wallis ist die Haltung dieser Rasse als Reaktion auf Vorfälle im Kanton Zürich seit 1. Januar 2006 verboten.

Verwendung

Neben dem Einsatz bei der Polizei, Bergrettung, Minensuche und Wasserrettung werden die Rottweiler  als Spür-,  Sport-, Familien-, Rettungs- und auch als Militärhunde geführt . Gerade im Rettungshundewesen, welches oft als Domän des Schäferhundes gilt, kann man sich von der Leistungs- und Gebrauchsfähigkeit des Rottweilers überzeugen.

Krankheiten

Hüftgelenksdysplasie, sowie Ellenbogengelenksdysplasie sind vererbbare Fehlentwicklungen der jeweiligen Gelenke. Im Allgemeinen Deutschen Rottweiler Klub (ADRK) ist daher im Zuge der Zuchttauglichkeitsprüfung eine Röntgenuntersuchung vorgeschrieben. Nur bestimmte Werte dürfen in die Zucht.

Die Leukoenzephalomyelopathie des Rottweilers ist eine erblich bedingte Erkrankung, die bei Jungtieren zu fortschreitenden Lähmungen führt. Sie ist unheilbar und kommt jedoch kaum vor.

In den letzten Jahren sind vermehrt Herzerkrankungen bei Rottweilern aufgetreten, deren konkrete Ursache bisher nicht übergreifend festgestellt werden konnte.


Bonnie vom Ulsenbach, Aufnahme vom Mai 2006